Zehn Jahre Arbeit zahlten sich aus
10 Jahre lang haben mehrere Piraten und viele weitere Akteure daran gearbeitet, dass die Funkrichtlinie 2014/53/EU nicht aktiviert wird. Das ist jetzt endlich gelungen!
Diese Richtline erlaubt im Artikel 3.3i der EU Kommission Regeln aufzustellen, mit denen Funksysteme sicher stellen müssen, „dass nur solche Software geladen werden kann, für die die Konformität ihrer Kombination mit der Funkanlage nachgewiesen wurde“. Effektiv hätte das die Entwicklung und Fertigung von Funksystemen in der EU weitgehend verhindert.
Open Source Initativen und KMU könnten den Aufwand ständiger Zertifizierung bei kleinsten Änderungen gar nicht leisten und auch für große Unternehmen wäre der Aufwand so immens, dass ein Abwandern der Entwicklung und Fertigung zu erwarten gewesen wäre.
Die Entwicklung jeder Variante zertifizieren zu müssen, bevor man sie testen kann, wäre völlig absurd, denn im Normalfall werden bei der Softwaresntwicklung bis zu Dutzende Versionen am Tag erstellt.
Die Ende 2025 erschienene Studie zum Thema hat nun endlich festgestellt, dass die Umsetzung der Regelung massive negative Folgen hätte, aber keinerlei Wirkung für die Sicherheit der Produkte. Daher hat die EU Kommission die zugehörige Initiatlive am 20.Januar 2026 als „verworfen“ eingestuft.
„Damit ist hoffentlich ein Jahrzehnt der Verunsicherung für die Branche vorbei. Diese Regelung war das traurige Ergebnis, wenn Leute ohne technischen Sachverstand versuchen so komplexe Themen zu regulieren“ so Guido Körber, Pirat und Unternehmer in der Elektronikbranche.
Körber war einer der ersten, die auf das Problem aufmerksam wurden. Er arbeitete seit 2015 mit den Piraten-Europaabgeordneten Felix Reda und später Mikuláš Peksa an dem Thema.
Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Leute aus der Elektronikbranche und der Open Source Gemeinde aufmerksam und stellten fest, dass die Anforderung der Richtlinie nicht umsetzbar ist.
Einem Algorithmus kann man nicht einfach ansehen, was er genau tun wird, ohne ihn auszuführen. Das Funksystem kann also auf keinen Fall selber entscheiden, ob die Software konform ist. Es bleibt also nur die Zertifizierung und die bedeutet viel Zeit und Geld für jede noch so kleine Änderung und setzt voraus, dass das Funksystem einen nicht kompromittierbaren Internetzugang hat, um die Echtheit des Zertifikats zu prüfen.
„Das war ein Marathon, 10 Jahre lang. Hier haben viele Leute erfolgreich daran gearbeitet eine sehr schlechte Regulierung zu verhindern. Ich kann nicht einschätzen, wie groß unser Anteil daran war, wichtig ist, dass es erfolgreich war.“ so Körber abschließend zu dem Thema.
Die Piratenpartei fordert: Regulierung ja – aber technologieverständig und evidenzbasiert, nicht ideologisch, sinnlos und destruktiv.
Quellen:
[1] Flaschenpost : Piraten wirken Funkrichtlinie erfolgreich entschaerft
[2] Wikipedia : Richtlinie 2014/53/EU
[3] Heise : Funkregulierung Angriff auf alternative Software
[4] Piratenpartei : 2016 EU Richtlinie bedroht das Internet of Things – IoT
[5] Piraten Brandenburg : 2018 – Funkrichtlinie game over
[6] Elektroniknet : Mikrocontroller als Piratensender
[7] Wikipedia : Gödelscher Unvollständigkeitssatz
[8] OP Europa Publication – b9ea06a3-e076-11f0-8439-01aa75ed71a1
[8] EC Europa : Initiative 14610 – Aktivierung der EU-Vorschriften über Funkanlagen für rekonfigurierbare Funksysteme
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