Die Piratenpartei Deutschland feiert ihren 11. Geburtstag. Die GrĂŒndung der PIRATEN fand am 10. September 2006 in der c-base, der ‚Mutter aller Hackerspaces‘ in Berlin, statt.
Elf Jahre leidenschaftliche Politik, elf Jahre engagierte Debatten, innovative Entwicklungen, viele Ideen, eine Menge Arbeit und viel zu lachen â doch es gab ebenso Dramen, Frust, RĂŒckschlĂ€ge, SchweiĂ und TrĂ€nen. Elf Jahre nach ihrer GrĂŒndung will es eine von innen erneuerte Piratenpartei wieder wissen – und zurĂŒck in die Parlamente.
Patrick Schiffer, Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland, resĂŒmiert:
„Gemeinsame Erfolge und Partys, epische WahlkĂ€mpfe und eine Vielzahl an Konzepten fĂŒr eine zeitgemĂ€Ăe und zukunftsorientierte Politik. Wir haben politische Programme entwickelt, die oft der Zeit voraus waren und sind. Diese neuen Ideen entstanden vor allem aus der Motivation heraus, verkrustete Debatten aufzusprengen und moderne, politische Konzepte zu entwickeln, die Antworten auf die Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung anbieten. Wir stehen immer wieder auf, zeigen Flagge und stellen uns den Fragen der WĂ€hlerinnen und WĂ€hler im Netz und an den InfostĂ€nden.“
Elf Jahre bieten die Gelegenheit fĂŒr RĂŒck- und Ausblicke
„Die Piratenpartei setzt sich als einzige Partei Deutschlands konsequent fĂŒr einen modernen Datenschutz, Netzthemen und Freies Wissen ein. Nach ĂŒber einer Dekade werden mit der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen fortschrittliche Antworten auf die sozialen Spannungen in unserer Gesellschaft gegeben. Damit hat sich diese Partei von einer Nischenpartei von IT-Nerds zu einer sozialen Volkspartei entwickelt“, betont RenĂ© Pickhardt, Sprecher fĂŒr Netzpolitik und Spitzenkandidat zur Bundestagswahl 2017.
Die GrĂŒndungshistorie: Warum die Welt Piraten braucht
Am 10. September 2006 hat sich die Piratenpartei Deutschland gegrĂŒndet und entschieden, fortan die Kurzfrom „PIRATEN“ zu tragen. Auf der GrĂŒndungsversammlung in den RĂ€umen der c-base haben 53 Piraten die GrĂŒndungsmitgliedschaft erworben, indem sie sich eine Satzung und ein Programm gegeben, sowie einen Vorstand gewĂ€hlt haben. Der damals gewĂ€hlte siebenköpfige GrĂŒndungs-Bundesvorstand bestand aus Christof Leng (Vorsitzender) Jens Seipenbusch (Stellvertretender Vorsitzender), Jan Huwald (Politischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer), Stefan Lamprecht (GeneralsekretĂ€r), sowie den Beisitzern Christoph Strasen und Matthias Mehldau.

Die Partei folgte dem zĂŒndenden Beispiel der schwedischen ‚Piratpartiet‚, deren GrĂŒndung eine weltweite GrĂŒndungswelle von Piratenparteien nach sich gezogen hat. Die primĂ€ren Ziele der Piratenbewegung sind die Freiheit des Wissens und der Kultur sowie die Wahrung der PrivatsphĂ€re. Die deutsche Piratenpartei hat sich zudem noch den Leitsatz ‚GlĂ€serner Staat statt glĂ€serner BĂŒrger‘ auf die Fahnen geschrieben, um die Transparenz politischer Prozesse und staatlicher Verwaltungen einzufordern und betonte zugleich den nach dem Grundgesetz schĂŒtzenswerten Charakter persönlicher Daten. Erstmalig in der Geschichte Deutschlands spielte sich 2006 die Vorbereitung einer ParteigrĂŒndung vorwiegend im Internet unter den Augen der Ăffentlichkeit ab. Satzung und Programm der Piraten sind durch diese transparente Vorbereitung einhellig begrĂŒĂt und fast einstimmig angenommen worden.
Der provokante Name ‚Piratenpartei‘ resultierte aus einem der politisch brisanten Punkte des Parteiprogramms, der Forderung nach einer Reformierung des Urheberrechts im Sinne des ‚fair use‘, also des Gebrauchs fĂŒr private, wissenschaftliche oder Lehrzwecke. Dies wĂŒrde auch die ZulĂ€ssigkeit der Privatkopie rechtlich absichern, die immer mehr von Rechtsunsicherheit umgeben ist und bereits als Piraterie gebrandmarkt wurde. Eine drastische Reform des Patentsystems stand und steht ebenso auf der Agenda der Piraten wie die BekĂ€mpfung von Infrastrukturmonopolen. Patente auf Leben, Software oder GeschĂ€ftsmodelle sollen verhindert werden. Diese bundespolitisch bis heute wenig beachteten Themenfelder haben dennoch eine wichtige Gemeinsamkeit: sie betreffen gestern wie heute jeden BĂŒrger. Dies zu vermitteln wird weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben der politischen Arbeit der Piraten sein.



„es ist vorbei, bye, bye, Junimond“ So sang Rio Reiser. Er ist lĂ€ngst tot.
Die Piratenpartei dagegen liegt im Wachkoma und dĂ€mmert einem Nahtod langsam entgegen. Piraten sitzen zwar noch vereinzelt in Parlamenten, so z.B. Ex-Parteivorsitzender Bernd Schlömer fĂŒr die FDP, oder Anne Helm fĂŒr die LINKE, aber auf Piratenticket selbst gibt es nur noch sehr ausgedĂŒnnt kommunalpolitische Mandate.
Die Sache ist durch. Da beiĂt die Maus keinen Faden ab. Man hat massig Parteimitglieder in den Austritt gedrĂ€ngt, mit Drohungen, Druck und persönlichen KrĂ€nkungen. Andere haben aufgegeben oder sind passiv geworden.
Seit man 2013 bei der Niedersachsenwahl auf die 2% der Vor-Hype-Zeit zurĂŒckgefallen ist hat sich die Partei in Richtungsstreits zermĂŒrbt, sich von Antifa, Genderideologen und Linksfanatikern immer weiter in die UnwĂ€hlbarkeit heruntergearbeitet, und steht inzwischen unter 1%.
Solange man sich nicht von AntifanĂ€he, Linksideologie und einem die Altparteien noch ĂŒbertrumpfen wollenden Anti-AfD-Kurs loseist, freischwimmt und wieder die Kernkompetenz bedient (Kampf gegen Ăberwachung, Zensur, und Abbau von Grund- und Freiheitsrechten, Digitalisierung in all ihren Facetten) bleibt es beim DĂŒmpeln unter 1%.
Die PARTEI und die Tierschutzpartei haben die Piraten mittlerweile massiv ĂŒberholt, von der um LĂ€ngen besseren AfD rede ich gar nicht erst.
Es gibt fĂŒr den WĂ€hler mittlerweile ĂŒberhaupt keinen einzigen Grund mehr Piraten zu wĂ€hlen, auĂer Nostalgie oder der Wille, ihnen die 0,5% und damit die Finanzierung zu retten. Das motiviert aber keinen normalen WĂ€hler, das motiviert maximal Fans. Nur die sind auch schon knapp geworden, sehr knapp.
Wenn die Piraten noch mal wieder irgendeine Chance auf irgendein Parlament haben wollen, mĂŒssen sie das was die AfD gemacht hat fĂŒr die Konservativen, also bĂŒrgerlich-basisdemokratische Kritiker und Korrektiv fĂŒr enttĂ€uschte CDU-, SPD- und FDP-WĂ€hler zu begeistern und als WĂ€hler und Mitglieder zu binden, auf der linken Seite des Tisches wiederholen:
Werdet die Partei, die Linken, GrĂŒnen und SPD krĂ€ftig einheizt fĂŒr deren riesige Fehler der letzten Jahre. Mitmachen beim SteigbĂŒgelhalten fĂŒr die Kanzlerin (SPD), Versinken in Genderwahn und irrationalem Ăkounsinn (GrĂŒne), weltfremde Forderungen nach einem neuen Sozialismus in unserem Land und einer DDR reloaded (LINKE).
Ihr mĂŒsst eine Nicht-Konservative Wahlalternative aufbauen. Spiegelt die AfD. Damit meine ich jetzt nicht AfD-Bashing und stĂ€ndiges âAfD ist ganz furchtbar Bööööseâ, dieses Getöse erledigen schon alle Altparteien, teilweise nicht mehr wirklich demokratisch. Finger weg davon. Die AfD wird nĂ€mlich als dĂ€monisches Feindbild benutzt fĂŒr die UnfĂ€higkeit der Altparteien, aktuelle Probleme zu lösen. Wer da mitbasht, stellt sich automatisch an die Seite derer, die bisher schwer versagt haben. Ohne deren Versagen gĂ€be es gar keine AfD. Aber auch keine Piratenpartei! Erinnert euch daran.
Ihr seid die Alternative der Alternative!
Werdet wieder politisch inkorrekt, redet wie normale Menschen, kein Gendergedöns, keine grĂŒnlinksideologische Schwurbelei, bei der man grĂŒner als die GrĂŒnen und linker als die Linke sein will. Das das schief geht, und insbesondere NĂ€he zu Antideutschen und Antifa, also zu Feinden der Demokratie von links, zerstörerische Wirkung hat, hat die Partei jetzt seit 4 Jahren wirklich bis zum Exzess durcherlebt.
Nein. Nix da linksgrĂŒn. Diese Parteien gibt es schon. Ihr seid die bĂŒrgerlich liberale Partei, die der neoliberalen FDP, den SpieĂern und SpaĂbremsen von CDU/CSU, SPD und AfD, und auch den SozialismustrĂ€umern der LINKEN etwas Eigenes entgegensetzt.
Frech, frisch und so, wie ihr 2011 mal rĂŒberkam. Nicht rechts oder links, sondern vorne und neu denkend. Mehr direkte Demokratie! Religion ist Privatsache, hier gelten unsere, freiheitlichen, Regeln! Religion, völlig egal ob katholische Kirche oder der zunehmend drĂ€ngelnde Islam, haben nicht in unsere Werte und vor allem die Freiheitsrechte hineinzupfuschen. Aber auch nicht der Staat, der immer intensiver ĂŒberwachen und Maas-Regeln will.
Innere Sicherheit erreicht man nicht mit TotalĂŒberwachung, sondern mit mehr realer PolizeiprĂ€senz, sicheren AuĂengrenzen die auch wieder maĂvoll ĂŒberwacht werden mĂŒssen, damit man nicht tausende irrsinnige Beton und Kamera-Innengrenzen errichten muss.
Wir habe keine Lust auf eine Diktatur light, weder unter SPD noch CDU-FĂŒhrung und schon gar nicht unter Groko-Bedingungen.
Die Themen liegen wirklich auf der StraĂe. Es gibt links von der Mitte genau so viele Wut- und MutbĂŒrger wie rechts bei AfD, Pegida&Co. ErschlieĂt dieses Potenzial! Heizt den Altparteien ein. Dann klappst auch wieder mit den 5%.
Bernd……
Ich bin begeistert…..das Beste was ich hier seit langem gelesen habe. Danke…..
Ihr anderen Leser…..denkt mal darĂŒber nach…fĂŒr die kommende Wahl ist es zu spĂ€t……aber nach der Wahl……
Bernd hat die richtige Richtung benannt…..da geht es lang….nicht aus Wahltaktik…..weil es richtig ist……weil Bern recht hat……wer anderer Meinung ist…kommt, schreibt euren Kommentar….
MfG
Wie Du bemerkt hast, es IST vorbei. Das Ding ist durch.
Erschwerend kommt hinzu: die öffentliche Hatz gegen die AfD, die in weiten Teilen bĂŒrgerlich-konservativ ist wie es CDU und CSU vor 8 Jahren noch – scheinbar – waren, warnt alle ParteineugrĂŒnder oder Parteiwiederbeleber:
Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Pest ist inzwischen, wenn man gegen den Stachel löckt, sich nicht dem Mainstream und dem Trend Deutschand-wird-ganz-doll-bunt, weltoffen und vielfÀltig, alle Grenzen offen, jeder der will kann kommen anpasst, oder sich gar Gendergerechtigkeit, Frauen und bald auch Migrantenquoten oder dem political correct speach verweigert, der wird als Nazi, Faschist, Ewiggestriger, Feind von MultikuturalitÀt und Buntheit verfolgt, bedrÀngt, bedroht und fertiggemacht.
Er hat also die Pest gewĂ€hlt. Er wird gemieden, geschnitten und bedroht. Zwar wird er auch von einigen gewĂ€hlt, weil bis in die Wahlkabine reicht ja noch nicht der lange Arm der latenten Drohungen fĂŒr Abweichler von der political correctness, aber um welchen Preis? Um den Preis des Verlustes eigener persönlicher Freiheiten.
Wer aber in diesen o.g. Punkten vorsichtiger ist, und sich sicherheitshalber da erst mal anpasst, aber mit irgendwelchen anderen Themen vom Mainstream abweichen will, hat verloren. Denn o.g. Mainstream wird von allen verbliebenen etablierten Parteien, namentlich CDU, CSU, SPD, FDP, LINKE, GRĂNE, die in der verbliebenen âerlaubtenâ Bandbreite von links bis ungefĂ€hr Mitte rangieren, bereits umfassend vertreten. Ein weitere Partei, die mehr oder weniger genau das gleiche plappert, braucht nun mal niemand, man kommt damit weder in die NĂ€he von 5% noch an irgendwelche NichtwĂ€hler ran.Diese sind ja WEGEN des politischen Einheitsbreis NichtwĂ€hler geworden, weil wĂ€hlbare Alternativen auĂerhalb des âerlaubtenâ, also des Mainstreamspektrums fehlen. Genau daraus erklĂ€rte sich auch der expolsionsartige Anfangserfolg der Piraten 2009-2012, sie waren gegen den Mainstream entstanden, und scherten sich weder um Genderfragen noch um PC-Sprech oder Quoten.
Wer also den Altparteien nachlÀuft, sie nachahmt und ihr wording nachplappert oder sich gar ihnen auch politisch anpasst durch Richtungsgleichheit der Forderungen, hat die Cholera gewÀhlt.
Böse Zungen (Lobo/Lauer) haben dieses PhĂ€nomen bei den Piraten mal mit âCargo Cultâ verglichen, als Ureinwohner aus Holz und Stöcken einen Flughafen nachbauten auf ihrer Insel und Armbewegungen machten wie das Flugplatzpersonal, dass Flugzeuge auf ihre Parkposition einwinkt, um Flugzeuge zur Landung auf ihrer Insel zu bewegen. Vorher hatten nĂ€mlich die Amerikaner dort temporĂ€re LuftstĂŒtzpunkte eingerichtet. Um die Ureinwohner gewogen zu stimmen packten sie Geschenke in die Flugzeuge, die sie dann unter der Bewohnern verteilten. Die Inselbewohner dachten, wenn sie all das was die Amerikaner machten imitieren wĂŒrden, wĂŒrden vielleicht Flugzeuge (die sie fĂŒr riesige Vögel hielten) mit Geschenken erneut landen. So schien es auch bei den Piraten, sie machten einfach alles nach wie die Altparteien, also GeneralsekretĂ€r, Parteivorsitzender, Parteitage, Wahlplakate, spĂ€ter auch Programme, Versprechungen und Reden mit WorthĂŒlsen. Je perfekter sie imitierten, je erfolgloser wurden sie.
Piraten mĂŒssen anders sein. Sonst sind sie chancenlos. Eine zweite Chance wird hohe Anstrengungen kosten und benötigt im Vorfeld viel politische Intelligenz, viel Analysearbeit auf der Metaebene. Und die ist niemand mehr da der sie leisten könnte oder wollte.
Dss besonders Dramatische daran ist, dass Deutschland in eine immer starrere Situation hineinkommt in der sĂ€mtliche Artparteien, die sich geschlossen an die Macht klammern und dadurch politisch schwĂ€cher werden, letztlich die Macht zu verlieren drohen. Nicht jetzt an die AfD oder die Antifa, auch nicht an religiöse Eiferer. Sondern an die Neoliberalen, die die Ăkonomie durchdrungen haben, von facebook, twitter, google und apple ĂŒber multimilliardenschweres Privatkapital, das reinen Selbsterhalt vor jegliche Menschlichkeit gestellt hat. Menschen sind in dieser Kategorie beliebige Manövriermasse, die sich besonders leicht manövriere lĂ€Ăt wenn sie multikulti-mc-donaldisiert ist, also multiethnisch, möglichst besitzarm, kontinuierlich konsumierend und produzierend, möglichst mit gleichförmigen BedĂŒrfnissen damit groĂe MĂ€rkte bedient werden können. Bekommt man ein Pokemon, einen Burger, einen Hollywoodfilm weltweit in allen Kulturen plaziert, ist der maximale Gewinn möglich.
Deshalb ist auch „no border no nation“ so beliebt bei den MĂ€chtigen (also den Supranationalen jetzt, nicht bei regional oder national MĂ€chtigen), wenn man die Nationen und nationale Besonderheiten geschleift und zerstört hat und durch bestĂ€ndige Vermengung und Vermischung Kulturen langsam zu Grunde gehen, also nach der Artenvielfalt auch die kulturelle und nationale Vielfalt ausstirbt, wenn workspace oder living places ĂŒberall weltweit gleich aussehen (bisher hat man das nur bei den Autos und smartfons geschafft), dann ist dieser Planet ein anderer. Zudem wird in einer automatisierten Welt die Sinnfrage neu stellt. Maschinen kaufen keine Maschinen. Piraten waren an solchen Zukunftsthemen eigentlich dran, trauten sich dann aber nicht an die Diskussion der ProblembewĂ€ltigung.
GroĂe Themen stehen also an, und bei der Auseinandersetzung um unsere Zukunft sollten Piraten, als mit moderner Technik und also Zukunftsfragen Vertraute, eigentlich eine Rolle spielen. Aber wie gesagt, es ist vorbei. Irgendwann wird auch diese website offline gehen und damit diese Zeilen.
Danke Bernd……
klingt etwas kitschig, aber mit dem was Du schreibst bist Du ein Bruder im Geiste….
In meinem Bekanntenkreis gibt es sehr viele die so denken, viele Ă€ltere Menschen, gut gebildet, mit Lebenserfahrung. Ich habe vor langer Zeit hier mal als Kessfried geschrieben….dann als es zu ideologisch / kindisch wurde als Rainer Hohn und Blanca Spott. Nach lĂ€ngerer Pause als Alfred auferstanden…..es ist und war eine Diskussion gegen WindmĂŒhlen….man argumentiert….den Anderen gehen die Argumente aus…..Tage spĂ€ter kommt der gleiche ideologische Quatsch. Die harte RealitĂ€t, die Welt so wie sie ist, wird sich durchsetzen, wir, die Deutschen, sind in einer hervorragenden Position, könnten eine bessere Gesellschaft schaffen, riskieren aber alles, opfern alles ( die Zukunft unserer Kinder, lassen hier und jetzt Alte in Elend und Dreck leben usw. usw.) fĂŒr kindliche TrĂ€umereien einer heilen Welt die es so nie gegeben hat und auch nie geben wird.
Ihr anderen Piraten : BERND HAT RECHT. Wenn ihr anderer Meinung seit : kommt , traut euch , argumentiert wenn ihr könnt.
MfG
Im GroĂen und Ganzen eine gute Analyse, der ich den wesentlichen Punkten zustimme.
Widersprechen möchte ich dir in folgenden Details.
1. Die AfD ist m.E. nicht in weiten Teilen bĂŒrgerlich-konservativ. Es gibt sicherlich genĂŒgend AfDler, die diese Werte vertreten, jedoch ist diese Partei schon ganz ordentlich von Extremisten durchsetzt. Besonders das FĂŒhrungspersonal fĂ€llt hĂ€ufig durch entsprechende ĂuĂerungen auf. Von einer âHatz auf diese Parteiâ halte ich gleichwohl genau wie du GAR nichts. Man mĂŒsste sich vielmehr ehrlich mit den AfD-Thesen (von denen ich locker die gute HĂ€lfte selbst unterschreiben wĂŒrde â ich habe das Programm gelesenâŠ) auseinandersetzen. Dies geschieht jedoch auch in der PP nicht; bis hin zu der immer wieder vertretenen Meinung, jede ErwĂ€hnung der AfD wĂŒrde diese nur stĂ€rken⊠Hier ist das von dir konstatierte Mainstreamverhalten der Piraten deutlich erkennbar.
2. Tendenziell entnehme ich deinem Text, dass du der AfD zutraust, etwas zu verĂ€ndern. Vergiss es einfach. In meinem schönen Bundesland Sachsen-Anhalt ist die AfD 2016 mit 22.4% in den Landtag eingezogen. Ich habe mir gerade mal den SpaĂ gemacht, die Beteiligung der AfD-Fraktion an der Landespolitik unter die Lupe zu nehmen. Da gibt es auĂer ein paar kleinen Anfragen zu den AfD-Programmthesen, die ich NICHT unterschreiben wĂŒrde nichts. AfD Parlamentarier genieĂen die Versorgungsleistungen unseres Staates in vollen ZĂŒgen, wĂ€hrend sie nicht mĂŒde werden, genau diese Leistungen stĂ€ndig anzuprangern, wenn es um (andere) Faulenzer geht. Also in Fragen der parlamentarischen Mitwirkung waren die Piraten schon deutlich aktiver als sie noch in den Parlamenten saĂen. Nehmen wir z.B. Patrick Breyer â der hat sogar den einen oder anderen Punktsieg in SH davon getragen. Das sollten wir mal nicht vergessen.
3. Ăberhaupt gibt es immer noch ein paar Themen, in denen die Piratenpartei dann eben DOCH extrem gegen den Strich bĂŒrstet; leider nicht allzu wirksam, u.a. weil sich immer wieder einige Piraten berufen fĂŒhlen, die Rolle der (öffentlichen) BedenkentrĂ€ger gegen unkonventionelle Ideen anderer Piraten einzunehmen (statt einfach mal die Schn⊠zu halten â und sei es nur aus dem einfachen Grund, gar nicht im Thema zu stehen).
Beispiele fĂŒr NICHT-Mainstream der Piraten? Einsatz fĂŒr BĂŒrgerrechte, digitale Kompetenz, Energiepolitik. Da geht noch wasâŠsofern wir die 0,5% schaffen.
Du schreibst:
âNicht jetzt an die AfD oder die Antifa, auch nicht an religiöse Eiferer. Sondern an die Neoliberalen, die die Ăkonomie durchdrungen haben, von facebook, twitter, google und apple ĂŒber multimilliardenschweres Privatkapital, das reinen Selbsterhalt vor jegliche Menschlichkeit gestellt hat.â
Hier widerspreche ich dir ganz und gar nicht; ich möchte diese Aussage eher noch verstĂ€rken. Du hast die wahren Feinde der Demokratie benannt und deren Agenda in deinem Text sehr gut beschrieben. Das Problem ist: Man wird dir vorwerfen, dass du das âzu einfachâ siehst. Man wird dich und mich (weil ich dir hier zustimme) in die Kiste der Verschwörer stecken â Deckel wieder drauf, Problem âerledigtâ. Auch viele Piraten werden uns bestenfalls als âSpinnerâ abtun.
Es gab da mal einen Aufruf der bajuwarischen Piraten, fĂŒr Apple zu demonstrieren und diese Firma in Ihrem âBestreben der Wahrung von Apple-Kundenrechtenâ gegen das FBI (es ging um die Offenlegung einer VerschlĂŒsselung von Smartphones) zu unterstĂŒtzen. Mein Kommentar zum entsprechenden Flaschenpost-Artikel lautete damals: âFĂŒr Apple demonstrieren? Da schauâ ich lieber einem toten Hund beim Verwesen zu.â Obwohl der Spruch original gar nicht von mir, sondern von GĂŒnther GrĂŒnwald stammt, kam er nicht so gut an, wie ich gehofft hatte. Aber er beschreibt meine partielle Intoleranz gegen bestimmte Dinge sehr treffend. Ich kann noch ein paar mehr dieser Dinge aufzĂ€hlen: Nutzung von Twitter & Facebook durch die Piraten, EinkĂ€ufe bei Amazon durch Piraten (weilâs so schön billig istâŠ), statt Alternativen zu schaffen bzw. vorhandene zu nutzen. Mainstreamverhalten, wo die Piraten doch ursprĂŒnglich angetreten waren, anders zu sein.
âPartielle Intoleranzâ â ist das ĂŒberhaupt mit dem P-Parteiprogramm vereinbar, bei dem Toleranz eine herausragende Rolle spielt? Kommt vielleicht auf die Ziele an, auf die der Hate-Operator Anwendung findet. Andererseits â wer partielle Intoleranz nicht kennt, ist 100%iger Opportunist und ob 100% 100%ige Opportunisten wirklich gesamtgesellschaftlich hilfreich sind â da habe ich groĂe Zweifel. Insofern bin ich sogar froh, dass es die AfD gibt.
LG â und nochmals vielen Dank fĂŒr deinen Kommentar, Bernd.
Hallo Seepferdchen,
Betr.: AfD
Ich habe mich in den letzten 2 Wochen 2 mal mit ehemaligen Kollegen getroffen, jeweils ca. 10 Personen. Ich weiĂ nicht was die wĂ€hlen werden, aber die Meinung zur FlĂŒchtlings / Migrationsproblematik ist eindeutig. Alle berichten, das es in ihrem Umfeld Ă€hnlich ist. In meiner Nachbarschaft : das Gleiche. Sonstige Freunde und Bekannte : das Gleiche.
In meiner Nachbarschaft ist eine FuĂgĂ€ngerzone in der einige Parteien Wahlkampf treiben. Heiko wurde als „Zensurminister“ beschimpft, bei Altmeier war es ruhiger. Ich habe mich am Rande zu 2 MĂ€nnern gestellt. Einer Ende sechzig, der Andere Anfang 40. Die beiden kannten sich nicht. Wir kamen ins diskutieren. Beide bekannten sich zur AfD. Das ist alles nicht reprĂ€sentativ aber ich wĂŒrde mich nicht wundern wenn es zu einer ziemlichen Ăberraschung kommt. Die „Linke“ wirbt mit Plakaten fĂŒr viele Ziele die ich Unterschreiben wĂŒrde……nur ich denke mir dann immer “ und das bei offenen Grenzen, fĂŒr Alle“. hinzu und weiĂ dass es Quatsch ist. Ich denke das begreifen immer mehr WĂ€hler. Guck Dir mal die Kommentare und die Zustimmung bei der „linksliberalen“ ZON an. Es hat sich vollkommen verschoben. Die „Linken“ haben keine Argumente mehr, ich könnte fast alles locker widerlegen.
Ich weiĂ nicht ob die Piraten mittelfristig noch eine Chance haben….ich denke das Bernd das hervorragend analysiert hat…….andererseits: es war nie so einfach…… Schau Dir den Schrott von der SPD an…indiskutabel….GrĂŒne und Linke…TraumtĂ€nzer und verantwortungslose Spinner…..Was bleibt ? Merkel ? Der waren und sind das Vermeiden unschöner Bilder wichtiger als alles andere. Und die FDP ? Da hatte ich recht interessante Diskussionen…….ist aber eine Lindner ein Mann Partei. Klar sind bei der AfD einige schrĂ€ge Vögel…die gab es und gibt es aber bei den PIRATEN auch…..und bei den anderen ? Lass mal im Geiste die Skandale an Deinem geistigen Auge vorĂŒberziehen……Ich habe in meinem privaten Umfeld nicht solche Typen….Du ?
MfG
Notiz aus dem Maschinenraum: Nicht zum Eingangsthema gehörenden Spam wurde entfernt. Bitte fĂŒr sowas ein Forum nutzen und nochmal die Kommentar-Regeln nachlesen.
Schöner Artikel. Aber das untere Bild zeigt nicht die GrĂŒndung der Bundespiraten, sondern die GrĂŒndungsversammlung des LV Berlin Ende Dezember 2006, die parallel zu ersten bundesweiten Zusammenkunft stattfand. Schöne Zeit gewesen.
Die eigentliche Quelle fĂŒr eine zur gegebenen Berufspolitik alternative Relevanz sind kompetente Mitglieder. Der ursprĂŒngliche Ansatz, dass Vernetzung es ermöglicht, nebenberuflich Politik zu machen und dass jeder seine Kompetenzen aus Beruf, Hobby, Familie, Ehrenamt, (Zweitpartei) einbringen kann, wurde nach ersten Wahlerfolgen ebenso aus dem Blick verloren, wie die Weiterentwicklung der dazu zweckmĂ€Ăigen Strukturen (AGs, Tools, Plenen) – und z.B. die Ablehnung des Fraktonszwangs, der Trennung von Mandat und Amt. Gelernt sollten wir inzwischen haben, dass wir die programmatisch postulierte Toleranz auch als Mitglieder und VorstĂ€nde leben mĂŒssen! NatĂŒrlich gibt es eine Grenze fĂŒr Toleranz, nĂ€mlich die Intoleranz (Diskriminierung) und das Verlassen des Grundkonsenses (Kodex?), aber jeder Andersdenkende kann Bereicherung sein. Eine relevante politische Bewegung braucht nicht Einheit, sondern faire und offene Diskussion – und Akzeptanz fĂŒr legitime Entscheidungen. Mehr Selbstverantwortung, subsidiĂ€re Strukturen, keine Einheitspartei. NatĂŒrlich auch keine AlleingĂ€nge wie Bombergate u.a.m. Nur ĂŒber diese Randbedingungen mĂŒssen wir uns wirklich einig sein – und natĂŒrlich gehören auch Konsequenzen dazu, bis zum Ausschluss. Aber auch hier ist Unschuldsvermutung und Rechtstaatlichkeit vorzuleben, wie wir es vom Staat verlangen. Ja, es ist mĂŒhsam.