Berlin, 7. Juli 2026
Die Piratenpartei Deutschland versteht die von den Innenministern aus Hessen und Berlin geforderte Verschärfung des Waffenrechts für Armbrüste als untaugliche Symbolpolitik. Laut Medienberichten soll der bislang erlaubnisfreie Erwerb von Armbrüsten beendet werden, sodass künftig für Besitz und Erwerb eine Waffenbesitzkarte erforderlich wäre.
Armbrüste unterliegen schon heute dem Waffenrecht, stehen aber ersichtlich nicht im Zentrum der tatsächlichen Sicherheitsprobleme, denn das Behördenversagen liegt darin, dass bei bekannten Extremisten die bestehenden Regeln zur waffenrechtlichen Zuverlässigkeit konsequent angewandt werden müssten. Schon heute ist die Waffenbesitzkarte an Voraussetzungen wie Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde und ein nachgewiesenes Bedürfnis geknüpft; die zuständigen Behörden verfügen also bereits über weitreichende Instrumente, um den legalen Waffenbesitz problematischer Personen zu unterbinden.
Wer den Staat ablehnt und verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgt, ist nicht zuverlässig im Sinne des Waffenrechts. Wenn dennoch bei Razzien legal besessene Waffen sichergestellt werden, zeigt das vor allem die Weigerung zuständiger Personen in den Behörden, geltendes Recht konsequent durchzusetzen, nicht das Fehlen immer neuer Verbote.
Eine zusätzliche Erlaubnispflicht für Armbrüste würde daher in erster Linie rechtstreue Erwachsene mit neuer Bürokratie belasten. Kauf, Verkauf und Besitz würden stärker von behördlicher Genehmigung und Eintragung abhängig, obwohl die Maßnahme bislang nicht durch eine nachvollziehbare Problemanalyse unterlegt ist.
Illegale Waffen, bis hin zu verbotenen Kriegswaffen, werden nicht dadurch kontrollierbar, dass man für legale Gegenstände weitere Formulare schafft. Wer bereits jetzt gegen geltendes Recht verstößt, ignoriert auch eine zusätzliche Registerpflicht für Armbrüste.
Die Piratenpartei fordert deshalb eine sachliche Evaluierung des Waffenrechts statt anlassgetriebener Verschärfungen. Für das Wahlprogramm zur nächsten Bundestagswahl hat die Piratenpartei bereits ausdrücklich eine evidenzbasierte Überprüfung des Waffenrechts vorgesehen und wendet sich gegen wirkungslose Gesetzesverschärfungen ohne belastbare Datengrundlage.
„Sicherheit entsteht nicht durch politische Schaufensterdebatten, sondern durch konsequentes Handeln der zuständigen Behörden gegen Extremisten und gegen illegale Waffen. Wer die Armbrust zum Aufreger machen möchte, betreibt Augenwischerei und hat kein Interesse, die tatsächlichen Probleme lösungsorientiert anzugehen“, erklärt Babak Tubis, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland.
Die Piratenpartei warnt davor, aus Einzelfunden bei Durchsuchungen eine neue Regulierungswelle abzuleiten. Wenn diese Logik Schule macht, droht am Ende die absurde Debatte über immer neue Erlaubnispflichten für Alltagsgegenstände, statt bekannte Extremisten wirksam zu entwaffnen und bestehendes Recht endlich konsequent durchzusetzen. Auch ein Löffel könnte als Waffe missbraucht werden.
Quellen:
- Tagesschau: Viele „Reichsbürger“ und Rechtsextreme besitzen Waffen
- BMI: Zahlen zur Entwaffnung 2023
- Buzer: Synopse der Änderungen des Waffengesetzes
- Tagesschau: Bundestag verschärft Waffenrecht
- Deutschlandfunk: Mehr als 4.000 Waffen in Besitz von Rechtsextremisten und Reichsbürgern
- Service Berlin: Waffenbesitzkarte (grün) beantragen
- Hessen: Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Waffen und Munition
- Traders Union: Deutschland schärft Waffenregeln – Extremisten, Armbrust
- BILD: Verkauf von Armbrüsten wird eingeschränkt – Politik will Extremisten entwaffnen
- Louis Armstrong a photograph of him playing Trumpet by Harry Warnecke and Gus Schoenbaechler, 1947. Armstrong died on this day 55 years ago.
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Eine Armbrust tötet auf mehr als 100m. (Ein Bogen auch)
Andere erlaubnisfreie Waffen die ab einem Alter von 18 Jahren besessen werden dürfen tun sich da schwer.
Von daher WBK für Armbrust? Go!
Wer wurde in den letzten Jahrzehnten, mit Vorsatz, durch eine Armbrust oder Bogen getötet?
Meines wissen nach niemand.
Das Waffengesetzt gibt ja her, dass bestee Waffen der Überprüfung der Eignung des Besitzers unterliegt kann. Das wird auch deutlich beim „kleinen Waffenschein“ der das verdeckte mitführen einer Schreckschusswaffe, nach Prüfung, erlaubt. Diese Überprüfung findet alle zwei Jahre statt und kostet den/der Inhaber*in Gebühren.
Warum kann man hier nicht ansetzen und Armbrust/Bogen den „kleinen Waffenschein“ unterlegen und voraussetzen?
Das Waffengesetzt ist in einigen Teilen eh überreguliert. Bei Luftdruckwaffen die max 7,5j,sind in anderen Ländern, wie Polen und den Niederlanden nicht begrenzt. Die offene Joule ermöglichen andere Sportarten, wie das Longrange schießen. Spirtschutzen müssen im Moment dazu lange reisen auf sich nehmen um ihren Sport auszuüben. Das freie schießen mit Großkaliberwaffen kann in Amerika (USA)oder Afrika ohne Erlaubnis ausgeübt werden. Wird das, für den nächsten Auslandsaufenthalt, demnächst im deutschen Waffenrecht auch untersagt?
Verbot von Brotmesser und Gabel? Verbot von Kugelschreiber aus Metall, die man ohne weiteres als Stichwaffe verwenden könnte?
Irgendwann sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Wir haben Mechanismen, man muss sie nur anwenden.
Und nicht zu vergessen, die jetzigen Besitzer müssten ihre Armbrust/Bogen abgeben und hätten Verluste, da der Staat das mal bezahlte Geld bestimmt nicht den Besitzern zurück erstattet. Im Gegenteil, man will dann für eine WBK noch richtig viel Geld kassieren. Was dem einen oder anderen egal ist, da sie gesetzestreu nun mal sind.
Dem Nichtgetreuen ist es auch egal, ob es das WffG gibt oder nicht. Der nimmt auch eine Strafe in Kauf.
Eine Armbrust ist ungefähr so gefährlich wie ein Löffel.
Ein Alltagsgegenstand, ich habe davon mehrere in meiner Küchenschublade.
Ein Auto tötet innerhalb von Sekunden bis zu 20 Menschen und verletzt bis zu 300, davon einige lebensgefährlich und viele mit lebenslangen Folgeschäden.
Deswegen gibt es eine Fahrprüfung und einen Führerschein, der entzogen werden kann, sofern man sich nicht an die Verkehrsregeln hält.
Was es jedoch nicht gibt?
Einen Entzug des Fahrzeugs (ohne Schadensersatz), wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Einen Entzug des Führerscheins, weil man etwas auf Facebook gepostet hat oder weil man die „falsche“ Partei wählt oder weil die Ex fälschlich behauptet, man habe sie mit dem Auto bedroht oder weil der Nachbar fälschlich einen illegalen Auspuff vermutet oder weil man irgendetwas aus dem Ausland mitgebracht oder online bestellt hat, was entgegen des eigenen Wissens verboten ist.
Oder weil man als Geschäftsführer/Vorgesetzter für die Taten der Angestellten eine Strafe mit 90 Tagessätzen bekam oder weil man sich gegen einen Angriff verteidigte, aber die Richter das anders sehen. Oder man mal vor zig Jahren mal eine Jugendsünde begangen hatte.
Auch muss der Autofahrer nicht bei jedem Autokauf oder alle drei Jahre seine Zuverlässigkeit beweisen und dafür den Staat bezahlen. Auch wird der Stellplatz oder die Garage nicht überprüft (natürlich gegen Gebühren). Man hat seinen Schein und gut isses, oder?
Wenn all diese Entziehungsbedrohungen künftig für WBK-Besitzer entfallen, dann stimme ich dir sogar zu mit WBK, die Sachkunde und einmalige Zuverlässigkeitsprüfung zzgl. neue Prüfung, falls es dafür einen ANLASS gibt, nicht einfach alle drei Jahre mit horrenden Gebühren.
Eine WBK-Pflicht löst jedoch all das da oben Beschriebene aus. Zudem wollen sie ja auch jede Schreckschusswaffe mit WBK.
Das Ende vom Lied? Die Kriminellen kaufen sich ihre Waffen im Ausland (sind ja dort frei verkäuflich). Und der Sport hier und das Reenactment mit Armbrust stirbt aus.