Berlin/Tübingen 06.08.2026
Die stark steigenden Preise für Arbeitsspeicher sind mehr als ein Marktphänomen. Sie zeigen, wie abhängig Europa bei zentralen digitalen Schlüsseltechnologien von wenigen globalen Konzernen geworden ist. Für die Piratenpartei ist die aktuelle RAM-Krise deshalb ein Warnsignal: Digitale Souveränität endet nicht bei Software – sie beginnt bereits bei der Hardware.
„Wenn drei Unternehmen den Weltmarkt für Arbeitsspeicher dominieren und ihre Produktionsentscheidungen weltweit Preise und Verfügbarkeit bestimmen, ist das kein funktionierender Wettbewerb mehr. Die RAM-Krise macht deutlich, wie verwundbar unsere digitale Infrastruktur und unsere Wirtschaft geworden sind“, erklärt Samuel Schmid, stellv. Vorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg.
Während Hersteller ihre Produktionskapazitäten immer mehr auf den lukrativen KI-Markt verlagern, tragen Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Folgen. Steigende Hardwarekosten verteuern Investitionen, erschweren die Digitalisierung und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Wer bei Schlüsseltechnologien von den Entscheidungen weniger Konzerne abhängig ist, setzt nicht nur seine digitale Handlungsfähigkeit, sondern auch seine wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel.
Für PIRATEN ist digitale Souveränität deshalb weit mehr als die Wahl der richtigen Software. Sie bedeutet, strategische Abhängigkeiten konsequent abzubauen, fairen Wettbewerb zu stärken und auf offene Standards, interoperable Technologien sowie langlebige und reparierbare Hardware zu setzen. Nur so können Bürger, Wirtschaft und Staat selbstbestimmt über ihre digitale Infrastruktur entscheiden.
„Digitale Abhängigkeit ist längst ein wirtschaftliches Risiko. Wer zulässt, dass wenige Konzerne über den Zugang zu zentralen Technologien entscheiden, gefährdet Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die Resilienz unseres Wirtschaftsstandorts. Die RAM-Krise zeigt eindrucksvoll, warum Europa digitale Souveränität endlich als strategische Aufgabe begreifen muss“, so Schmid abschließend.
[1] Elektronikpraxis: infineon startet Produktion in der nun weltweit grössten Fabrik für leistungshalbleiter
[2] https://Elektronikpraxis: 3 Hersteller bedienen 94 % des DRAM Geschäfts
[3] Wikipedia: Qimonda
[4] Elektroniknet: FMC geht in die Volumenproduktion
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Europa hat halt auf woke Moralpredigten und Deindustrialisierung wegen Klima gesetzt. Entsprechend sind wir nun von USA und China abhängig. Auch beim RAM.
Mit Zensursula wird es auch keine Kehrtwende geben.
Es ist nicht nur der RAM. Es gibt auch keine europäischen Hersteller von Datenträgern (SSDs, HDDs) und von Prozessoren wollen wir erst gar nicht reden.
Der Artikel erörtert demnach nur einen kleinen Teil der bitteren Wahrheit. Wenn Mr. Xi jetzt noch seine Griffel nach Taiwan ausstreckt, sieht’s ganz dunkel aus.
Bequemlichkeit zahlt sich halt auf die Dauer nicht aus. Wir Europäer, allen voran die Deutschen haben uns im globalen Wirtschaftssystem SEHR bequem eingerichtet. Die deutsche Ingenieurskunst blieb weitgehend auf vierrädrige Verbrennerkarren mit vielen PS beschränkt. Daran haben die Autobauer ja auch gut verdient – jetzt sind aber auch da die Chinesen dran – mit ihren durchaus coolen E-Mobilen.