Die Piratenpartei Deutschland ist erstaunt über das Vorgehen der Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen. Diese hat die Wirte der diesjährigen Bergkirchweih schriftlich aufgefordert, zwölf beliebte Partyhits wegen angeblich „sexistischer oder frauenfeindlicher Inhalte“ nicht mehr zu spielen.
Hierzu zählen Songs von Mickie Krause („10 nackte Friseusen“), Mirja Boes („20 Zentimeter“), Peter Wackel („Joana“) und der 80er Jahre Kultsong „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang.

Die Piratenpartei steht seit ihrer Gründung für Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit und gegen jede Form von Zensur – online wie auch offline.

Das Vorgehen der Erlanger Gleichstellungsstelle ist ein klassisches Beispiel für fürsorgliche Übergriffe und versteckte Zensur. Statt auf Verbote setzt man auf „freundliche Bitten“, mit demselben Ergebnis. Erwachsene Menschen sollten selbst entscheiden, welche Lieder sie hören oder mitsingen möchten. Sie sind schließlich mindestens 3×6 Jahre alt oder haben ihren Vormund dabei. Mündige Bürger brauchen keinen Filter.

Unsere Forderungen sind klar:

  • Volle Anwendung von Artikel 5 GG (Meinungs- und Kunstfreiheit) – auch für vermeintlich „geschmacklose“ Volksfest-Hits.
  • Keine Listen oder Indexierungen durch Behörden. Keine staatliche Einflussnahme auf Kultur!
  • Probleme wie sexuelle Belästigung und Übergriffe auf Volksfesten bekämpft man durch bessere Aufklärung und Sensibilisierung, Prävention, Security und konsequente Strafverfolgung – nicht durch Verbote von Liedtexten.
  • Die Piratenpartei unterstützt alle Veranstalter, Wirte und Künstler, die sich solchen indirekten Zensurversuchen nicht beugen.

Wer heute Ballermann- und Volksfest-Songs indiziert, legt morgen den Maßstab für Kabarett, Satire oder kritische Aussagen fest. Die Piratenbewegung steht konsequent für universelle Freiheitsrechte, die ohne Doppelmoral verteidigt werden müssen.

Freiheit bedeutet auch die Freiheit zum schlechten Geschmack. Wer etwas ändern will, soll argumentieren und überzeugen – nicht verbieten.

„Die 50er Jahre haben angerufen und wollen ihre Moral wiederhaben. Wenn der Staat besser weiß als der Mensch selbst, welcher Liedtext für ihn gut oder schädlich ist, dann bevormundet er. Diesen Staat möchte ich nicht,“ so Jutta Dietrich, Mitglied des Bundesvorstands der Piratenpartei.

Quellen:

[1] Originalbericht Nordkurier – Liederverbot auf beliebtem Volksfest
[2] Nürnberger Nachrichten – Diese Lieder bei Erlanger Bergkirchweih bitte nicht spielen
[3] Nürnberger Nachrichten – Reaktion Spider Murphy Gang
[4] PPi Beschluss der Pirate Parties international – Against selective censorship
[5] TDF5-Vortrag „Digitalität und Mündigkeit – Teil 2“ (Schoresch Davoodi & Babak)
[6] Tübinger Tage der digitalen Freiheit (TDF5)

Ihr Ansprechpartner:

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